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Andrew

Mechelon, 2004

Wir Midders kamen aus ärmlichen Verhältnissen... Ist dies ein Wunder? Wo doch 95% der Überlebenden Erdbevölkerung verarmt ist... Ja es ist schon hart, wenn man auf einem Planeten aufwächst, der kaum noch natürliche Ressourcen bietet... Wenn man jeden Tag mit ansehen muss, wie Menschen sich gegenseitig abschlachten, nur um an Nahrung zu gelangen... So etwas prägt einen... So etwas führt zu Entwicklungen an und durch einem selbst. Entwicklungen die nicht immer positiv sind. Aber dies wisst ihr, die Leser dieses Manuskriptes ja sicherlich selbst, denn euch wird es wohl nicht besser ergangen sein.

Dieser Text ist mein Vermächtnis und ein Geständnis. Unter Tränen geschrieben möchte ich die Geschichte meines Bruders Andrew für die Nachwelt erhalten. Eine Geschichte, die gleichzeitig Teil meiner Geschichte ist... So jung ist er von uns gegangen... So verdammt jung...

Erstmals bemerkt habe ich Andrews komisches Verhalten an dem Tag wo die globale Schliessung der Schulen bekannt gegeben worden ist. Es nahm ihm irgendwie den Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten aus den Augen. Andrew hatte immer Träume gehabt, Visionen. Er wollte Etwas wissenschaftliches erlernen. Doch ohne die Möglichkeit der schulischen Bildung schienen diese Träume zu zerplatzen. Andrew verbrachte von da an die Vormittage zu Hause. Doch dies war nur eine Phase. Immer mehr geriet er in den faszinierenden Sog und Rausch der Gewalt, die uns täglich durch die Medien vorgetragen wurde. Er verschwand nach kurzer Zeit immer schon morgens und kam dann meistens blutverschmiert erst am Abend wieder nach Hause. Ich habe bereits nach zwei Wochen den Grund hierfür herausgefunden:

Er hatte sich mit ein paar seiner Kumpels einem illegalen Bündnis angeschlossen... Einer Untergrundbewegung die sich selbst "Bodyless" nannte. Sie waren eine Gruppe von Gesetzlosen, die auf der Strasse wahllos Leute überfallen. Wahllos... Nein nicht wahllos... Sie suchten sich nur die besten aus... Die besten Körper... Wer äusserlich gesund und agil schien, der wurde seines Lebens beraubt. Die leblosen Körper der Opfer wurden regelrecht ausgeschlachtet... Wie in einem Warenlager sind die intakten Organe sortiert und steril verpackt worden, wenn man in unserer Zeit irgendetwas noch steril nennen kann. Immer wurde mit der Präzision eines Chirurgen vorgegangen, denn die wertvolle Beute durfte niemals beschädigt werden! Hatten die Opfer auch die schlimmsten Tode sterben müssen, so war man bei "Bodyless" immer darauf bedacht, dass keine inneren Verletzungen davon getragen wurden, wenn sich dies vermeiden liess. Denn schliesslich wollte man die Ware ja gewinnbringend zu Geld machen.

Der Organhandel an sich ist immer noch ein gewinnträchtiges Geschäft. Genug Wissenschaftler versuchen sich auf künstlichem Wege eine Armee heranzuzüchten um diese dann in den Kampf um Territorien zu schicken. Denn Gebietsbesitz bedeutet Macht!

Andrews ethische Wahrnehmung wurde immer mehr durch Gier nach mehr geblendet. Gier nach Macht, nach Besitz und zum grössten Teil die einfache Gier nach Blut... Hierdurch wurden dann auch gut gepflegte Grundsätze einfach über Bord geworfen. Immer mehr nahm die Erbarmungslosigkeit Besitz von meinem Bruder, drang wie der dunkle Dampf einer fremden Macht in die tiefsten Tiefen seines Körpers vor und blendete seinen Verstand. So also wurde aus meinem Bruder Andrew der Schlächter "Massacre" und als solcher wurde er von vielen unserer Nachbarn gefürchtet. Freunde mieden fortan die Gesellschaft der Familie Midder - aus Angst! Angst davor, ihre Körper könnten von meinem Bruder auf Tauglichkeit inspiziert werden.

Und er trennte nicht... Er trennte nicht Bekannte und Freunde von Fremden... Sie alle waren Opfer! Er trennte nicht... Nur vor seiner eigenen Familie machte er halt... Im Gegenteil, für uns war sein Ruf eine Art Schutzschild, denn keiner traute sich uns anzurühren. Sie alle fürchteten die Blutrache "Massacre’s".

Er trennte nicht... Okay dies stimmt so nicht ganz. Ein teil seines Jobs war es zu trennen. Doch das Einzige was er trennte waren Haut von Knochen und intakte Organe von beschädigten...

Sicher gab es auch Leute die sich wehrten, wer würde dies nicht... Doch mit einer teuflischen Kaltblütigkeit ertränkte Andrew jeden Widerstand im Nichts. Es schien, als könnte keiner ihm auch nur das Geringste anhaben. Es machte ihm nichts aus, seinem Gegenüber mit den blossen Händen erst das Genick zu brechen, um den Kopf dann mit einer hebelnden Bewegung regelrecht vom Körper zu schrauben... Die Köpfe haben sie immer im Ganzen verpackt und auf Eis gelegt, denn wenn man schon eine schützende Hülle um das kostbare Gehirn hat, warum sollte man es aus dieser hervorholen, bevor man es sauber in Nährflüssigkeit legen kann? Anders sah es mit den übrigen Organen aus. Zu gross war das Risiko dass sie verderben, weil umliegende Organe bereits abgestorben waren. Aus jedem Kampf um Leben und Tod ging Andrew als der Lebende hervor. Während seine Gegner nur noch Verpackung waren... Verpackung für den Lohn seiner Arbeit – Organe.

Die brutale und saubere Art wie mein Bruder seiner neuen Berufung nachging, erweckte schnell das Interesse anderer Bewegungen. Bald meldeten sich die ersten Clans und prüften meinen Bruder auf seine Kampferfahrung.

Dass dieser welche hatte, und was für Erfahrung, merkten die Vorsitzenden der Clans schnell. So entbrannte ein regelrechter Abwerbungsstreit, wer denn nun die Dienste meines Bruders beanspruchen dürfte. Doch sie alle haben die Rechnung ohne Andrew selbst gemacht...

Einmal auf diese Clan-Sache aufmerksam geworden, trommelte er seine eigenen Leute zusammen. Es war eine Leichtigkeit für ihn Leute für seinen eigenen Clan anzuheuern. Es war nie seine Sache gewesen Befehle entgegen zu nehmen, er war lieber sein eigener Herr. So kam es also zur Geburtsstunde der "Bloody Corpses" einen Clan, so arm an Gnade wie kein Zweiter.

Gewalt war es was sie vorantrieb, Gewalt war es was in ihnen loderte. Reihenweise vielen verfeindete Clans der Truppe meines Bruders zum Opfer. Die erbarmungslose Vorgehensweise der "Bloody Corpses" schrieb Geschichte... Eine Geschichte mit Blut getränkt, dem Blut vieler Feinde, doch auch vieler Unschuldiger.

Bereits zwei Jahre lang liessen die "Bloody Corpses" das Chaos regieren... Die Luft schmeckte schon förmlich nach Blut und abgestandenen Eingeweiden. Ihr Name war untrennbar mit Angst verbunden, der Angst der Bevölkerung. Zwei Jahre, als ich den alles verändernden Befehl erhalten habe...

Ich hatte ein Jahr zuvor meinen Posten als erste Kommandantin der örtlichen Sicherheitsbehörde angenommen. Okay, eine Behörde war es nie... Behörden sind Standbeine der Vergangenheit . Es war mehr eine gut durchorganisierte Bürgerwehr, aber wir haben eng mit dem Militär zusammengearbeitet. Wir haben uns einfach Behörde genannt, da dies doch sehr wohlklingend ist... Ausserdem haben wir alle doch nie unseren Sinn für Humor verloren und fanden es einfach herrlich ironisch in einer Zeit der Ohnmacht des Staates den Titel einer Staatseinrichtung zu tragen, einer Einrichtung mit Macht statt Ohnmacht!

Als der Ausnahmezustand ausgerufen wurde und damit die Regierungsmacht an das Militär übergeben worden war, begannen die Säuberungsaktionen. Und das Militär spannte unsere Sicherheitsbehörde mit in seine Aktionen ein.

Das organisierte Verbrechen wurde gnadenlos ausgemerzt, eine Organisation nach der anderen. Aus dem Hinterhalt haben wir uns erst die führenden Persönlichkeiten vorgeknöpft – kennt ihr das Geräusch, wenn ein haardünnes Drahtseil einen Kopf vom Rumpf trennt, bevor der Träger des Kopfes überhaupt mitbekommt, das er angegriffen wird? – Danach folgten die Untergebenen, hier wurde dann etwas weniger auf die Verdecktheit der Aktionen geachtet. Auch wir veranstalteten Blutbade, die einem Durchschnittsmenschen immer noch die Kotze hochholen würden... Und um in der heutigen Zeit Jemanden zum kotzen zu bringen müssen schreckliche Bilder serviert werden! Und was soll ich sagen? Mittlerweile war ich echt geübt im lautlosen Töten. Und ich hatte meinen Spass daran!

Und an eben diesem einen Tag, dem Tag des Todes meines Bruders, war die Auslöschung der "Bloody Corpses" vorgesehen. Ausgerechnet mich und meine Einheit betrauten sie mit dieser Aufgabe... Ausgerechnet mich - seine eigene Schwester. Wahrscheinlich wussten sie es nicht einmal, denn ich hatte den Namen Midder schon vor einiger Zeit abgelegt. Ich hasste diesen Namen, wie ich das hasste, was aus meinem Bruder geworden war...

Ob ich meinen Bruder jemals geliebt habe? Sicher... Andrew habe ich immer geliebt! Doch in meinen Augen starb mein Bruder Andrew in dem Moment, wo er zu "Massacre" wurde. Er wusste es nur noch nicht, doch tot war er schon lange.

Wir schlichen uns also in ihr Hauptquartier ein... Dies war nur durch einige Vorarbeit und dreckige Verhöre möglich, denn schliesslich mussten wir erst einmal an die Informationen über die genaue Lage des Gebäudes kommen. Aber wir hatten es geschafft, wir waren dort... Bereits die ersten Meter innerhalb des Komplexes waren kaum zu ertragen... Der stinkende Geruch von totem Gedärm und Schwefel durchzuckte die Luft. Es brannte in den Augen und stach in der Lunge. Doch wir schritten weiter voran... So lautlos wie möglich!

Immer tiefer drangen wir in die verwinkelten Tiefen des Gängesystems vor. In Wandvertiefungen nahmen Schädel feindlicher Clanmitglieder platz, teilweise noch mit Fetzen von toter Haut und einigen Stücken ihrer Hirne überzogen. Es war ein widerlicher Anblick... Trafen wir auf Widerstand, so wurde das Feuer eröffnet. Es waren auch Kinder dabei, nicht älter als acht vielleicht. Doch die Zeit in diesem Beruf stumpft ab. Und wer jemals von einem zehnjährigen, bewaffnet mit einer vollautomatischen Waffe zu abartigem Sex gezwungen wird, der verliert einfach die Hemmungen auf Kinder zu schiessen. Vielleicht habe ich es nach diesem prägenden Erlebnis sogar genossen... Ja vielleicht habe ich es genossen diese dreckigen Bengel niederzumachen. Ich denke sogar, dass ich es habe...

Immer sorgevoll darauf achtend, dass die Schüsse aus unseren Schallgedämpften Waffen nicht die Anführergarde der "Corpses" warnte, bevor wir dicht genug dran waren, metzelten wir uns durch die Gesamte Hierarchie des Clans. Und dann standen wir vor seinem Thronsaal... Pfähle aus Metall, auf denen frische Köpfe von Feinden aufgespiesst waren standen als drohendes Mahnmal vor den Toren. Aufgestellt für all jene, welches es wagen würden den heiligen Boden der inneren Hallen zu betreten. Und wir, wir hatten genau dies vor, ja dies war unser Auftrag!

Wir hatten Insiderinformationen vorliegen... Fünf bewaffnete Bodyguards sollten bei ihm sein... Doch unsere Informationen stimmten nicht annähernd.

Die Tür wurde von uns aufgesprengt, von nun an war es endgültig vorbei mit dem leisen Vorgehen... Der Lärm der Detonation lockte aus allen Ecken noch zerschlagene Grüppchen von Untergebenen meines Bruders, welche aber nun einfach mit Granaten und gezielten Gewehrsalven in die ewigen Jagdgründe befördert wurden.

Unser Ziel lag vor uns... Andrew... Einstiger Bruder, einstiger Schutzpatron – nun mein Auftrag, mein Ziel, all mein Hass. "Tot nicht lebendig!" So hiess die Anordnung von Sgt. Patters. Und er sollte seine Forderung erfüllt bekommen.

In Formation drangen wir in den Saal ein. Geschockt doch bei klarem Verstand realisierten wir, dass es mindestens 15 Leute waren, die einen schützenden Kreis um meinen Bruder schlossen. Doch was nützten alle Schutzvorkehrungen gegen eine bewaffnete Gegnerschar, alle Vorbereitungen auf einen Angriff von Aussen, wenn die Liebe zur eigenen jüngeren Schwester alle Vorsicht vergessen lässt?

"Feindlicher Angriff" – "Militäreinheiten, schützt Massacre" So drangen die Rufe Andrews Mitstreiter an unsere Ohren. "Sterbt ihr Schweine" vermischte sich mit "Hurensöhne" und ausdauerndem Gewehrfeuer. Als die Manndeckung für den Bruchteil einer Sekunde das Gesicht meines Bruders freigab blickten wir uns genau in die Augen. Um mich herum wurde alles still... Meine Wahrnehmung war nur noch auf ihn fixiert... Andrew... Mein Herz schlug im Takt des mich umgebenden Mündungsfeuers...

Ein kurzes Lächeln auf Andrews Gesicht sagte mir, dass er sich freute seine Schwester nach so langer Zeit einmal wieder zu sehen... Doch es war nicht der Tag und nicht das Leben für Familienzusammenkünfte. Es war der Tag für Abrechnung!

Emotionslos wendete ich mich wieder dem Treiben zu und ermordete einen nach dem anderen, während Andrew seinen Leuten nun völlig aus der Fassung irgendwelche Befehle an den Kopf warf. Auch wir hatten viele Verluste zu verzeichnen, gewiss. Doch waren wir nun am Ziel. Von den ehemals so mächtigen "Bloody Corpses" war nur noch ihr Gründer übrig, alles andere was einst treu an seiner Seite gedient hatte schluckte den Staub der Vergänglichkeit.

Ich war es, die meinen Leuten den Rückzug befahl... "Er gehört mir alleine!" sagte ich. "Wartet draussen! Sollte ich wirklich nicht wieder herauskommen, so stürmt diesen Saal aufs Neue!". Meine Leute waren es gewohnt Befehle zu befolgen ohne diese zu hinterfragen, also zogen sie sich wortlos zurück.

Erst jetzt öffnete ich das Wort auf meinen Bruder gerichtet: "Andrew... Was ist nur aus dir geworden? Du hattest einst Visionen, Träume von einer besseren Welt" Er reagierte nicht... Leer streifte sein Blick den meinen... Es war wie ich schon gesagt habe, er war schon vor langer Zeit gestorben...

Wortlos stand er da... Wortlos sank er einen Moment später auf seine Knie... Er legte seine Waffe beiseite und streckte dir Arme in meine Richtung aus... Arme die nicht nach einer Bluttat dürsteten, sondern nach einer Umarmung – nach Vergebung! Sein Körper sah mit seinen 21 Jahren schon aus wie der eines Enddreissigers... Geschunden von all den Schlachten, all dem Chaos...

Ich ging auf meinen Bruder zu... Stiess seine Waffe mit den Fuss zur Seite und setzte mich neben ihn. Noch immer stand die Stille erdrückend im Raum. Noch immer waren seine Arme ausgestreckt ein altes Familienmitglied willkommen zu heissen, was es auch bringen mag, Vergebung oder Tod. Ich umarmte meinen Bruder... Da öffneten sich seine Lippen und ein zwei Worte verliessen seinen Mund: "Verzeih mir!" Da sagte dieses erbarmungslose Arschloch doch tatsächlich "Verzeih mir!". Der Mörder ganzer Kommunen bat seine kleine Schwester um Vergebung für all seine Greueltaten. Tränen rannen über seine Wangen, tropften auf den Staub zu boden und versanken im Erdreich. Obwohl mein Körper sich voller Abneigung der Umarmung entziehen wollte und mein Kopf pausenlos flüsterte "Drecksschwein, Drecksschwein" konnte ich nicht anders: Ich öffnete meinen Mund und sprach ihn von allen Sünden frei. "Ich verzeihe dir – Andrew!" Er blickte auf und lächelte... Für den Bruchteil eines Momentes war Andrew, mein grosser Bruder tatsächlich wieder zum Leben erwacht... Doch er war auch zeitgleich "Massacre" eine Person für die ich nur Hass empfinden konnte.

Er wusste es, er wusste was ich vorhatte, aber er lächelte... Er lächelte seinem eigenen Henker ins Gesicht... Auch mir standen inzwischen die Tränen in den Augen... Andrew ergriff noch einmal das Wort: "Zögere nicht, tu es! Zögere nicht! Es ist okay so – ich habe es verdient!" Daraufhin ergriff ich meinen Dolch und verabschiedete mich... Ich verabschiedete mich sowohl von meinem geliebten Bruder als auch von einem der legendärsten Gesetzlosen jener Zeit. "Ich liebe dich Andrew" sagte ich und rammte ihm im gleichem Atemzug den Dolch direkt ins Herz. Den Dolch welchen er mir einst geschenkt hatte. Damals als wir beide noch Kinder waren, unschuldig, noch nicht vom Blut des Krieges befleckt. Und Krieg tobt auf den Strassen jeden Tag! Mein Bruder starb in meinen Armen, starb durch meine Waffe, meine Hand... Er starb durch meinen Hass, doch auch durch meine Liebe...

Der Einsatz war erfolgreich! Diese Geschehnisse liegen nun auf den Tag genau ein Jahr zurück. Ich schrieb damals meinen Abschlussbericht und habe nie erwähnt, was in den letzten Momenten seines Lebens passiert ist. Ich habe niemals erwähnt, dass er mein Bruder war.

Dies ist nicht die Geschichte von "Massacre", die Geschichte kann man alten Aufzeichnungen der Medien entnehmen. Dies ist die Geschichte von meinem Bruder Andrew Midder... Ein kleiner Junge der, in seiner Jugend seiner Träume beraubt, zu einem Menschen wurde, den er selbst niemals lieben konnte.

Er starb frei von jeder Schuld, zumindest was es mich angeht. Ich habe ihm vergeben! Doch konnte ich mir selbst nie vergeben, dass ich ihn nicht gerettet habe, bevor er so tief in den Schlund der Finsternis abgerutscht ist. Einen Schlund, der immer und überall lauert, die Verführung durch Macht und Blut!

Nach diesem Einsatz habe ich all meine Gefühle verloren. Emotionslos, das bin ich geworden. Zu sehr Maschine, als dass ich irgendeine Gefühlregung verspüre, keine ausser Trauer und Schuld. Ich merke wie die Frau die ich einst war, mit meinem Bruder zusammen den Tod gefunden hat. Ich merke wie ich immer mehr zu dem werde, was mein Bruder am Ende war. Doch ich werde mich erlösen, wie ich auch schon meinen Bruder erlöst habe. Und die Welt so vor einem zweiten "Massacre" bewahren.

Dies ist meine Beichte, mein Geständnis... Durch diesen Text werde ich Freispruch erlangen vor dem jüngsten Gericht. Frei von Sünde wähle ich den Tod. Ich werde durch den Dolch sterben, der auch Andrew das Leben nahm. Und ihr alle werdet folgen, denn mit dieser Welt geht es zu Ende.



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